Beitrag 2 / Article 2

(Smartphones: Click on flag to jump to English)

Was soll “lexcentric” (= “lexzentrisch”) eigentlich heißen?

Auf der Suche nach einem Blognamen, der den Inhalt effektiv widerspiegelt, habe ich mir das Wort “lexcentric“, sprich „lexzentrisch“, zusammengebastelt. Soll heißen, dass der Inhalt der Blogs sich um das Phänomen „lexi“, das Wort, dreht. (Nicht, dass der Eindruck entsteht, ich hätte eine humanistische Bildung genossen – ich habe nur beiläufig irgendwann mitbekommen, dass das griechische Wort für „Wort“ „lexi“ heißt.) Verwirrenderweise kommt für „Wort“ auch das griechische Wort „logos“ infrage. Das ist allerdings eine ziemlich hochgestochene und metaphysische Angelegenheit, während „lexi“ schlicht und einfach der Name für diese Dinge ist, die ich gerade in den Computer tippe. Tatsächlich ist mit diesem Blog mein Hauptziel, mit Wörtern und Sprachen einfach Spaß zu haben, daher gefällt mir „lexi“ besser als „logos“.

Als Nebenziel habe ich auch nichts dagegen, wenn es mir gelingt, meine unkonventionellen Ansichten über Bildung und andere Themen breitzutreten, und erst recht nichts dagegen, meine Bücher zu erwähnen, um sie einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. An erster Stelle kommt aber der Spaß. Ernsthaft.

Diesem Ziel komme ich sicher näher, wenn ihr Kommentare schreibt. Am einfachsten ist es, ausführliche Lobeshymnen voller Bewunderung zu schreiben. Falls wirklich notwendig, können auch kurzgefasste, gut begründete Kritikpunkte angebracht werden (bei den überschwänglich positiven Kommentaren hingegen ist es nicht wichtig, ob das Lob zutrifft oder nicht – Hauptsache dick aufgetragen). Es wäre schön, wenn auf Grund der Kommentare ein Austausch entsteht, der gern auch zu weiteren Blogartikeln führen könnte. UPDATE: Erfreulicherweise kann ich schon mal den Konjunktiv des vorhergehenden Satzes über Bord werfen – nach der Veröffentlichung des ersten Artikels sind bereits einige schöne Anregungen gekommen 😊

Ach ja, vermutlich wirst du auch den englischen Text nebenan bemerkt haben. Da sich meine Fangemeinde sowohl über den deutschsprachigen Raum als auch über die sogenannte Anglosphäre erstreckt – oder das tun wird, sobald eine solche Gemeinde tatsächlich entstanden ist – gibt es die Herausforderung, beide Seiten zu bedienen. Die Betreuung von zwei separaten Blogs hätte mich überfordert, daher gibt es jetzt diesen zweisprachigen Blog.

Was zu erwarten ist, und was nicht

  1. Unkoordiniertes Umherschweifen. Ich werde mir Mühe geben, dieses nicht außer Kontrolle geraten zu lassen – es ist aber für mich schlicht unmöglich, einen Blog zu schreiben, der es verdient, als organisiert, wissenschaftlich oder zielorientiert bezeichnet zu werden. Viel zu lang habe ich das alles versucht, bis mir klar wurde: So bin ich nun mal nicht. Ich bin manchmal detailversessen und meine andererseits auch, bei Bedarf recht gut und weit über den Tellerrand schauen zu können – alles dazwischen ist jedoch nicht mein Ding. Ich neige auch gern dazu, mich von neuen Gedanken ablenken zu lassen. Wie hier, zum Beispiel: Auf Englisch kann man „gedanklich abschweifen“ ungefähr mit „to go off on a tangent“ („to go off at a tangent“ geht auch) übersetzen. Mir wurde eines Tages klar, wie unsäglich schräg die Konstruktion „to go off on [etwas] für eine Person sein muss, die sich gerade erst mit Englisch auseinandersetzt (nach dem Motto: „off“? „on“? Was denn nun??). Was mich wiederum an die Empörung meiner Frau erinnert, als sie sich mit den Begriffen: „to cut down a tree“ (einen Baum fällen) und „to cut up a tree“ (einen gefällten Baum auseinandersägen) konfrontiert sah. Sorry, ich kann nichts dafür.
  2. Es ist wahrscheinlich, dass, egal wie ein Beitrag anfängt und unabhängig davon, ob ich es konkret vorhabe oder nicht, dieser früher oder später etwas Kritisches über das Bildungssystem beinhalten wird.
  3. Diverse nutzlose Informationen. Wie diese hier, zum Beispiel: Im deutschsprachigen Raum ist hinreichend bekannt, dass es überall seltsame und witzige Ortsnamen gibt, beispielsweise Linsengericht und Lederhosen. Für Anglophone gibt es eine Untermenge deutscher Ortsnamen solcher Art, die speziell für sie witzig klingen: Das sind diejenigen, die von der Schreibweise her exakt englischen Wörtern gleichen (oder besonders englisch aussehen, auch wenn sie im Englischen keine Bedeutung haben). Zur letzten Kategorie gehören beispielsweise 82152 Planegg und 85586 Poing. Besondere Favoriten der ersten Sorte sind 86438 Kissing*, 93333 Arresting*, 85290 Rottenegg* und nicht zuletzt 25845 England.
  4. Zur Kategorie „Was nicht zu erwarten ist“: Vielleicht ist es besser, keine Spekulationen anzustellen, was man hier nicht erwarten sollte – ich weiß es nämlich selbst nicht. Ich werde versuchen, nichts Illegales und nichts Anstößiges zu schreiben, sonst gibt es keine grundsätzlichen Tabuthemen.

* „Kissing“ dürfte vielen bekannt sein. „Arresting“ heißt so etwas wie „festnehmend“, „fesselnd“ im buchstäblichen oder übertragenen Sinn. Und „Rottenegg“? Für uns Insulaner riecht das nach faulen Eiern 😉

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Kissing, Arresting, Rottenegg aus englischer Sicht:

What is ‘lexcentric’ supposed to mean?

I was trying to think up a blog name that captures the essence of the content, and ‘lexcentric’ is what happened: The content centres around ‘lexi’, the word. Not, I hasten to add, that I had anything that could honestly be called a classical education, but somewhere along the line I gathered that ‘lexi’ is Greek for ‘word’. It also seems to be ‘logos’ sometimes, but apparently ‘logos’ refers to something hifalutin and metaphysical, whereas ‘lexi’ just refers to plain words like these things I’m typing into the computer. And since my aim with this blog is simply to have fun with words and language generally, that suits me just fine; there probably won’t be much in the way of philosophy.

I hope I’ll also get around to some unsubtle promotion of my maverick views on education and other matters, and especially of my books. But seriously, the primary aim here is to have fun.

This aim will be much easier to achieve with the aid of your comments, so feel free to shower the articles with praise, make incisive contributions and generally give me the feeling that I’m doing something magnificent. Well, OK, plus a little well-founded criticism here and there where it’s really needed (as far as the lavish praise is concerned, in contrast, it doesn’t particularly matter whether it’s justified or not). It would be great if your comments produce an exchange that leads to new blog articles. STOP PRESS: After the publication of the first article I’m glad to say that effect has already set in – a couple of new ideas have already found their way back 😊

Oh yes, and you will probably have noticed the German text next door. As my fan base is divided between the anglosphere and the germanosphere – or it will be just as soon as a fan base actually comes into being – I was faced with the challenge of catering to both sides, and couldn’t bear the thought of administering two blogs at once. So here it is: a bilingual blog.

What to expect and not what not to expect

  1. Some rambling. I’ll try not to let it get out of hand, but there is simply no way that I can write a blog that could be called organized, scientific, targeted etc. I spent far too long trying to do that sort of thing before I discovered that my basic nature is just not tuned that way. I can be obsessed with detail, and I sometimes pride myself with a capacity to see the big picture, but middle management is an absolute no-no for me. So as soon as I see a tangent, I tend to go off on it. Aha, here’s a good one! Isn’t that a spectacularly bizarre construction: “to go off on a tangent”? (Or: “to go off at a tangent” if you prefer.)  It reminds me of my German wife’s consternation when she was grappling with English prepositions and stumbled over the expression “to cut in on someone”. Not to mention the difference between cutting down a tree and cutting up a tree.
  2. It’s likely that, never mind where an article starts, it will somehow manage to include a gripe at current educational practices.
  3. Many factoids. Here’s one for starters: Germany is rich in colourful place names such as ‘Linsengericht’ (which means ‘meal of lentils’) or ‘Lederhose’ (which means ‘Lederhose’). A subclass of such names has a special appeal to anglophones, as they appear to consist of English words, e.g. ‘Kissing’, ‘Arresting’, ‘Rottenegg’, ‘England’. I also like ‘Poing’ and ‘Planegg’, and wonder what they might mean in English.
  4. As far as ‘what not to expect’ is concerned: It’s probably wiser not to speculate on what not to expect, because I have no clear plan. I shall try to avoid writing anything illegal or offensive, but otherwise there are no holds barred.

Oops. It looks as if several factors have combined to underline the well-known tendency of German to need more space than English. In this case there are also some extra bits in the German section in case some readers don’t know what to make of the words ‘kissing’, ‘arresting’ and ‘rotten egg’.

Anyway, we now have to do something to get down to the closing image, for it would be a pity if you missed it (I hope you’re not already getting fed up with images generated by AI).

In fact, talking of AI, I’m equally fascinated by how astonishingly helpful some results can be and how astonishingly wrong others are. The image generators still seem to have great difficulty with arms and legs sometimes, and the text-based ones can’t count. Ask one for words with five letters using only the letters a, b, c and d and you’re likely to get words with seven letters including m, n and o, but not a.

I think they do it for training purposes. They probably know perfectly well how to give correct answers, but they want to analyse the responses from frustrated askers. Yes, I admit it: Being an ex-teacher I’ve gone to the trouble of pointing out the error of their ways to them, and the nice thing is you always get a fulsome and polite apology that usually ends with “*sob* and I’m only a language model and I’m still learning, so please don’t hit me.”

Good heavens, here we are already. See also point 1 above: Rambling.

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Kissing, Arresting, Rottenegg from the English point of view:

  1. This is brilliant. I’m afraid even decades living in Germany haven’t sufficed to bring that word to my attention, so…

  2. As someone who has never ever got involved in blogs and blogging Charles you have given me a new dimension…

  3. I like it too, but would like more pictures- as in Spielworter.

  4. Ramble on bro. For me you are doing something magnificent! (Anyone other than you reading this should know that at…